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SV Dessau 05 - Eintracht/GW-Dessau 4:2 (2:2)

Details

Eigentlich wollten wir den spielfreien Freitag für ein Grillerchen nutzen. Aber darauf hatte anscheinend niemand so richtig Bock. Stattdessen suchte Nils nach Gegnern und „vergriff“ sich leicht im Regal. Wir spielten plötzlich beim SV Dessau 05 und nach dem Spiel in der Vorwoche war da eigentlich nichts anderes als eine Klatsche zu erwarten.

Freitagabend, Fußballzeit – fantastische Leistung ohne was Zählbares am Schillerpark.

Schaut man sich die Aufstellung des Gegners an (Stefan Bebber, Daniel Schwibbe, Martin Sitte, Maximilian Eschner, Stephan Schulze), dann weiß man, was zu erwarten ist. Wir wussten von Anfang an, dass wir nur dann eine Chance haben, halbwegs glimpflich aus der Sache rauszukommen, wenn wir kompakt stehen und nicht nachlassen. Aus vielen Spielen gegen ähnlich starke Mannschaften wissen wir, dass auch die nur mit Wasser kochen und bei entsprechender Gegenwehr nicht den Kampf annehmen, sondern hoffentlich „selbstverliebt“ den schönen Spielaufbau bevorzugen und lieber einmal zu viel abspielen, als den ersten Abschluss direkt zu nehmen. Unsere Aufgabe war es also, den Raum möglichst eng zu machen, den Gegner zum Abdrehen zu zwingen, den Spielfluss immer mal zu stören und ggf. einfach mal Nadelstiche zu setzen. In Spielen, wo man nichts erwartet, kann man am leichtesten über sich hinauswachsen.

Man gestehe mir zu, dass ich die Reihenfolge der Tore vermutlich nicht korrekt wiedergebe. Aber wir gehen in Führung. Nach mehreren Angriffen des Gegners, die wir im Verbund verteidigen und klären, können wir einmal nach vorne spielen und unseren am Freitag sehr quirligen Kristo bedienen. Dieser setzt sich im Laufduell durch und bleibt im Strafraum eiskalt. Das war der Dosenöffner für ein geiles Spiel. Die Truppe aus dem Dessauer Norden wollte nämlich jetzt unbedingt etwa reißen und möglichst auch noch „schön“ ausgleichen. Wir hatten ordentlich zu tun. Wir spielten zwar auch in diesem Spiel nicht alle nach dem gleichen Plan, aber wir unterstützten uns gegenseitig. Wir verteidigten vor allem im Strafraum so intensiv und eng, dass Jan eigentlich nur Fernschüsse zu halten bekam oder der Gegner über eine Seite kommen musste, wo er durch Verkürzen des Winkels erfolgreich war. Starker Rückhalt am Freitag. Was in der Abwehr ankam, wurde dann auch geklärt. Vor allem Robin und Sascha standen hier sehr oft richtig gut. Wir kassieren in Hälfte eins trotzdem zwei Gegentore. Wir schießen aber auch noch eins. Weil wir eine richtige Waffe haben. Marjo, den wir ab jetzt vielleicht einfach anders nennen sollten. Sonst ist er irgendwann weg. Mit seiner Dynamik war er selbst von einem erfahrenen Gegner nicht zu stoppen. Würden wir ihm beibringen, wie man im Doppelpass noch einfacher an der letzten Kette vorbeikommt bzw. wäre einer von uns in der Lage, auf der 10 so weit vorne zu stehen, dass Marjo nicht immer die komplette Hälfte sprinten müsste, dann hätten wir hier einen nicht zu stoppenden MVP.

Hälfte zwei war davon gekennzeichnet, dass wir unserer Leistung aus der ersten Hälfte Tribut zollen mussten. Sascha und Philipp konnten verletzungsbedingt irgendwann nicht mehr mitwirken. Dadurch wurde die Struktur etwas löchriger und die spielerische Klasse setzte sich immer wieder durch. Gaston musste jetzt einige Male zeigen, wie schnell er eigentlich laufen kann und den Ball in letzter Not auf Außen klären. Wir spielten langsam auf Reserve. Das merkte man daran, dass nicht mehr jeder Ball sauber nach vorn gespielt werden konnte. Die einfachen Lösungen funktionierten trotzdem. Das Spiel über die Außen, trotz sehr schmalem Platz, war eines unserer Mittel, um Zeit zu gewinnen. Wir hatten sogar eine Phase im Spiel, wo wir es verdient gehabt hätten, das Spiel zu gewinnen. Wir spielen einige Male richtig gut nach vorn und haben mit 2 Pfostenschüssen und einer Riesenchance durch Dirk, der eine mustergültige Querablage von Gaston einfach zu spät sieht, richtig gute Gelegenheiten für eine Überraschung. Es kommt natürlich anders. Robin, der im gesamten Spiel trotz schlechter Augen immer wieder richtig steht und die linke Seite dicht machte, „träumt“ einmal. Vermutlich hätte er auch nah dran stehen können, es war einfach super gelöst. Drei schnelle Pässe durch die Mitte und Spfr. Bebber kann frei einschieben. Dann noch eine Ecke, wo plötzlich einer frei steht. Und ein Abseitstor, das beide Mannschaften als solches erkannten. Nur der Schiri beharrte auf seiner Meinung. Deswegen zählt es in der Statistik nicht und der Unparteiische erhält als einziger die BILD-Note 6.

So endet das Spiel mit einem virtuellen 4:4. (Fifa-Ergebnis 4:2 für Dessau 05)

Fazit:

Auch in diesem Spiel hatten wir gelegentlich noch Zeit, im gegnerischen Angriff über einen Fehler zu meckern. Wenn wir das irgendwie noch abstellen können und stattdessen direkt versuchen, den Ball zurückzuholen, dann sind Siege gegen starke Mannschaften keine Utopie. Ansonsten hat es großen Spaß gemacht. Wir haben einen richtig coolen Fight geliefert und einer der Gegner hat uns mit den Worten gelobt: "Ihr spielt ja besser als eure Erste." Ich finde, darauf kann man aufbauen.

Aufstellung: Jan – Sascha, Andreas E., Gaston, Robin – Philipp S., Stephan S., Jan L., Dirk – Kristo, Marjo

Bank: Sven K, Erion, Thomas B., Sven M.

   
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